Melvin Riley

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Mel Riley | Foto © Paul H. Smith

Melvin C. „Mel“ Riley wurde auf Wunsch eines ranghohen Geheimdienstoffiziers 1976 nach Fort George G. Meade versetzt, um in einem speziellen Team zur Beurteilung von Sicherheitslücken zu arbeiten. Er und Leutnant Fred „Skip“ Atwater teilten sich benachbarte Schreibtische, und innerhalb eines Jahres unterstützte er Skip in den frühen Phasen des Aufbaus der ersten Remote-Viewer-Einheit der Armee. Mel, der als Viewer 011 bezeichnet wurde, war somit der erste offizielle Remote Viewer, der dem späteren RV-Programm der US-Army zugeteilt wurde – damals noch unter dem Codenamen GONDOLA WISH. Ende 1978 und Anfang 1979 arbeitete Mel Vollzeit als einer der wenigen militärischen Remote Viewer in dem damals neu benannten GRILL FLAME-Programm.

Während seiner Zeit bei GRILL FLAME wurde Mel Riley zu SRI-International in Kalifornien geschickt, um zu lernen, was damals über die Arbeit eines Remote Viewers bekannt war. Nach seiner Rückkehr nach Ft. Meade war er maßgeblich an Remote-Viewing-Projekten von historischer Bedeutung beteiligt, wie z.B. der Befreiung von amerikanischen Geiseln im Iran. Die Arbeit während dieser frühen Jahre in der Ft.-Meade-Einheit war sowohl entwicklungs- als auch einsatzorientiert. Mels Bemühungen spielten eine wichtige Rolle bei der Schaffung von Richtlinien, Standards und Techniken, die für das „PSI-Spionageprogramm“ der Regierung prägend sein sollten.

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Mel Riley | Foto mit frdl. Genehmigung von Paul Smith

1984 sollte er der Armee-Remote Viewing Einheit zugewiesen werden, die nun in CENTER LANE umbenannt wurde. Aber diese Befehle wurden aufgehoben und er wurde zu Luftaufklärungseinheiten in Georgia geschickt. Als die Defense Intelligence Agency die Kontrolle über das Army-Programm übernahm, war es Mitte 1986 endlich möglich, Mels Versetzung als Remote Viewer in das inzwischen als SUN STREAK benannte Programm zu veranlassen. Mel Riley wurde somit die erste und einzige Person, die zweimal im militärischen Remote-Viewing-Programm diente.

Er beherrschte schnell die neue Methodik des „Coordinate Remote Viewing“ und nutzte sowohl diese als auch einige seiner früheren Techniken, um als Remote Viewer beispielhafte Dienste zu leisten. Einige bemerkenswerte Projekte, an denen er während dieser Zeit arbeitete, waren die Fernbeobachtung sowjetischer Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, das US-Tarnkappenflugzeugprogramm, Geiseln im Nahen Osten, Aufdeckung von Drogenhandel, und viele andere. Während seiner beiden Remote-Viewing-Einsätze arbeitete er nicht nur als Viewer, sondern auch als Projektoffizier, Monitor und Analytiker.

Noch während seiner Tätigkeit als Remote Viewer erreichte Mel Riley das Ende seiner Militärkarriere und ging am 1. Juli 1990 in den Ruhestand. Er arbeitete weiterhin als privater Remote Viewer für spezielle Projekte, die von anderen Ex-Militärs der Einheit durchgeführt wurden. 1996 entwickelte sich eine starke Freundschaft zu Lori Lambert Williams.

Mel Riley verstarb am 25. April 2020 an den Komplikationen eines Lungenkrebses im Krankenhaus.