Gold Standard – CRV-Training bei RVIS

40 Jahre ist es her, dass Ingo Swann, der „Vater des Remote Viewing“, damit begann, einige ausgewählte Personen aus der militärischen Einheit in Ft. Meade in der eigens dafür entwickelten Methode des „Coordinate Remote Viewing“ (CRV, später „Controlled Remote Viewing“) auszubilden. Hal Puthoff und Ingo Swann, die zu dieser Zeit bereits seit 10 Jahren an Remote Viewing forschten, gelang der große Wurf: Ein Arbeitsprotokoll zu erschaffen, was die Fernwahrnehmung für jeden anwendbar macht und was geeignet war, damit operational zu arbeiten. Die Psi-Spione der Star-Gate-Einheit sind die Stammväter des heute im zivilen Bereich gelehrten Remote Viewing, und Paul H. Smith ist einer von ihnen.

Auf der Suche nach dem Original

Im Jahr 1996 kam Remote Viewing nach Deutschland, in Gestalt der TRV-Methode, welche drei Deutsche Schüler in Kalifornien bei Ed Dames erlernten (hier der Bericht). Seitdem ist viel passiert. Die Techniken wurden weitergegeben und neue Versionen entwickelten sich. In Deutschland etablierte sich über die Jahre eine ganz eigene Form als dominantes Protokoll. Heute, über 20 Jahre später, arbeiten neunzig Prozent der aktiven Remote Viewer hierzulande mit diesen Variationen. Die geschichtlichen Hintergründe zu CRV, TRV und den einzelnen Derivaten und deren Unterschiede blieben weitgehend unbekannt oder wurden nicht thematisiert.

Deutschland ist aber kein Einzelfall, die Entwicklung der Remote-Viewing-Landschaft ist auch in anderen Ländern ähnlich verlaufen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass für einen großen Teil der Interessenten, die zu Paul H. Smith kommen, um die originale CRV-Methode zu lernen, dies nicht der Erstkontakt mit der Welt des Remote Viewing ist. Oft sind dies Viewer, die bereits mit anderen Methoden arbeiten, und die durch eigene Recherche von Methoden und Historie auf der Suche nach einem besseren Verständnis der Technik sind.

So ging es auch den vier deutschen Remote Viewern Alexander, André, Jana und Arbo, von denen in diesem Artikel die Rede ist.

Der erste deutsche CRV Basic Course mit Paul H. Smith im Mai 2022 (Foto: Anatoli Oskin)

Was in der Welt von Asterix und Obelix das „kleine gallische Dorf“ ist, ist im Remote-Viewing-Kosmos das originale CRV nach Puthoff/Swann, wie es seinerzeit entwickelt und mit den ersten Star-Gate-Viewern trainiert wurde. Nur wenige von weltweit tausenden von Remote Viewern haben sich in dieser Methode vollständig ausbilden lassen, und sie sind auf den gängigen medialen Kanälen weder laut noch ist viel von ihren Arbeiten öffentlich zu sehen, schon allein weil operationale Sessions meist nicht freigegeben sind.

Ingo Swann selbst bildete zu Lebzeiten nur eine knappe Handvoll Remote Viewer selbst aus. An dieses lag es dann, die Methode weiterzugeben. Selbst viele der heute bekannten Viewer der militärischen Einheit aus Ft. Meade haben nicht von Ingo selbst gelernt, sondern wiederum von dessen ersten Studenten. Von den wenigen, die die Originalfassung kennen, gibt es nur eine einzige Quelle, die heute für ein Training dieser CRV-Version verfügbar ist: Paul H. Smith.

Tabelle: chronologische Dienstzeiten der militärischen Star-Gate-Viewer.

Erschwerend kommt hinzu, dass Pauls Training nicht zu Unrecht als das härteste Programm seiner Art gehandelt wird – wohl auch als „Gold Standard“ –, aber seine Studenten wissen, dass sie sich auf ein forderndes Lehrprogramm einlassen, das selbst im besten Fall viele Monate dauert, um bis zur Stufe VI vorzudringen, und das nach dem Verlassen des Klassenzimmers nach den intensiven Lernwochen nicht aufhört. Die Klassen, die Paul unterrichtet, sind klein, mit einem Personalschlüssel von 1:1 oder 1:2, und dementsprechend auch nicht gerade günstig. Und, was hierzulande nicht unwichtig ist, man musste sich ins Flugzeug setzen und zu ihm in die USA fliegen – bis jetzt!

Jetzt kommt die erste Neuigkeit: Paul H. Smith kam dieses Jahr das erste Mal nach Deutschland, um hier vor Ort eine Klasse von 4 Studenten im CRV Basic Course zu unterrichten. Ich war für diesen Kurs Gastgeberin und Assistenz – und hatte anschliessend noch den Vorteil, im Anschluss zusammen mit einem weiteren Studenten den Intermediate Kurs mit Paul gleich hier zu erhalten, nachdem ich noch im vergangenen Herbst noch nach Utah geflogen war, um dort mit dem Training zu beginnen (hier der Reisebericht vom letzten Herbst).

Der Kurs wurde nach bewährtem Vorbild strukturiert, mit einer Änderung: Paul hat sich die Mühe gemacht, alles vorab in die deutsche Sprache zu übersetzen. Selbst die Kurssprache und die Sessionsprache waren deutsch. Ein Angebot von Paul, das für deutschsprachige Schüler – selbst wenn sie englisch als Fremdsprache sprechen – äußerst interessant war. Wir wussten ja, dass er deutsch sprechen kann, weil er mehrere seiner jüngeren Jahre hier drüben verbracht hatte. Trotzdem war es natürlich eine besondere Herausforderung, die technischen Feinheiten des Remote-Viewing-Vokabulars zu übersetzen und zu erklären. 

Sechs Tage straffes Programm

Der Kurs war limitiert auf 4 Plätze, es gab sogar ein paar Bewerbungen aus dem europäischen Ausland, aber es wurde entschieden, dass man mit einer homogen deutschsprachigen Klasse beginnt. Drei Teilnehmer kamen aus Deutschland, einer aus Österreich. Alle hatten bereits Vorerfahrungen mit anderen Varianten von Remote Viewing, einige hatten auch bereits mit Pauls Lern-DVDs gearbeitet. Das mag sicher von Vorteil gewesen sein, weil niemand mehr mit der Frage im Raum saß, ob Remote Viewing funktioniert, und ob er selbst es können würde … für den theoretischen Teil selbst jedoch hat es wenig Bewandtnis, da man in jedem Fall noch einmal ganz von vorne anfangen muss, um die Theorie Stück für Stück aufzubauen. Auch gestandene Remote Viewer finden dabei genug neue Puzzleteile und „Aha“-Erlebnisse. 

Paul hält sich in seiner Lehre eng an die Art und Weise, wie Ingo Swann seinerzeit selbst gelehrt hat. Das berüchtigte Essay-Schreiben gehört genauso dazu wie der Aufbau der einzelnen Übungen. Besonders viel Wert wird unter anderem auf die Stufe 1 gelegt, da der richtige Einstieg und eine korrekte Dekodierung und Objektivierung der Stage-I-Informationen in großem Maße darüber entscheidet, wie gut die weitere Session verläuft und wie weit man das Risiko verringern kann, in AOLs abzurutschen. So kommt es auch, dass die Schüler erst am vierten Tag bei Stage-2-Übungen ankommen. 

Ich erinnere mich, einmal gehört zu haben, wie einer der „moderneren“ Ausbilder stolz über sein Programm sagte: „Wozu die damals Wochen und Monate brauchten, das können wir heute an einem Wochenende vermitteln.“ Ein fragwürdiges Statement, wenn man einmal erlebt hat, was mit dieser Methode schon allein in den ersten drei Stufen möglich ist, wenn man sie sorgfältig studiert. Dementsprechend hat auch jeder unserer 4 Schüler eine oder mehrere persönliche „Sternstunden“ bei den Übungen erlebt, die umso eindrucksvoller waren, da eben jeder bereits seine vorherigen Erfahrungen mit Remote Viewing zum Vergleich hatte.

Das strukturierte In-Session-Feedback ist übrigens eine großartige Lernhilfe während des Kurses. Während der Praxisübungen arbeiten zwei Monitore gleichzeitig in zwei verschiedenen Viewing-Räumen, abwechselnd mit allen Studenten. Ich erinnere mich noch an meine eigene erste Session mit Paul als Monitor, und wie aufgeregt ich damals war. Dann stelle ich mir vor, wie er vor vierzig Jahren an dieser Stelle saß, um später zu berichten, dass Ingo ein strenger und auf Details bedachter Lehrer war. Während es für die Viewer durch das rotierende System zwischen den Sessions Erholungspausen gibt, haben die Monitore diese nicht. Ich habe mich ja letztes Jahr gefragt, wo Paul und Bill die Energie hernahmen. Mittlerweile denke ich, die Antwort zu kennen.

Schon vorbei? Nein…

Am sechsten Tag waren alle erschöpft, glücklich, und keiner wollte so wirklich, dass es nun schon zu Ende ist. Zu Pauls Programm gehört, dass über die Leistungen der Schüler und jede einzelne Session von Anfang an Buch geführt wird. Anhand dieser Aufzeichnungen und nach den persönlichen Eindrücken der Kursleiter erhält jeder Schüler am Ende der Woche eine individuelle Einschätzung mit Analyse seiner Stärken und Schwächen und einer Empfehlung zum weiteren Trainingsplan. Und jetzt, mit Ende des In-house-Teils des Kurses, beginnt der zweite Abschnitt, der sich für jeden Schüler einige Monate hinziehen wird: Hausaufgaben! Auch nach der Kurswoche bleibt der Kontakt zwischen Paul und seinen Studenten bestehen, und da wir alle wissen, dass man nur durch Übung und Erfahrung besser wird, werden die roten Korrekturanmerkungen an den eingereichten Hausaufgaben mit Freude erwartet. (Wir hoffen, wir sehen uns alle wieder zum Intermediate-Kurs!)

Und nun noch die letzte erfreuliche Neuigkeit für alle, die bis hierhin gelesen haben: Es ist noch was übrig vom gelben und rosa Schreibpapier. Vier überdurchschnittlich gute deutsche Viewer haben Eindruck hinterlassen. Einmal ist keinmal. Wir werden es wieder tun, wahrscheinlich im nächsten Jahr. Wer benachrichtigt werden möchte, sobald wir wissen, wann, der darf mir gern seine Adresse hinterlassen (e-Mail).

Willkommener Besuch

Am letzten Kurstag hatten wir spontan verabredeten Besuch in den Unterrichtsräumen: Dr. Gerhard Mayer, (IGPP Freiburg und Vorsitzender der Gesellschaft für Anomalistik) der uns am Abend zuvor als Podiumsgast bei der Buchpremiere besuchte, Gunther Rattay (TRV Training), einer der drei deutschen Pioniere, die Remote Viewing 1996 nach Deutschland brachten und Anatoli Oskin (Fotografie), selbst als Remote Viewer ausgebildet und mit der Kamera bewaffnet. Die drei Besucher hatten die Gelegenheit, bei einigen Sessions und einer Unterrichtseinheit zu hospitieren. Anatoli verdanken wir den größten Teil der Fotos, die hier zu sehen sind (Fotografennachweis am Bild).

Buchpremiere der deutschen Fassung von „Essential Guide“

Ein kleine „Abwechslung“ vom Unterricht innerhalb der Kurswoche war noch die Premiere des Buches „Essential Guide: Grundlagen des Remote Viewing“ von Paul H. Smith, das gerade fertig ins Deutsche übersetzt und wenige Tage vorher frisch aus der Druckerei gekommen war. Hierzu gab es eine Abendveranstaltung in einem Kinosaal, und nachfolgend für die Podiumsgäste und Kursteilnehmer einen kleinen Empfang zum Essen und zu einer privaten Diskussionsrunde in Pauls Hotel. Einige deutsche Remote Viewer waren extra angereist, und auch sie hatten die Gelegenheit, Paul bei einem privaten Abendessen am Vorabend zum Gespräch zu treffen.

ein Bericht von Jana Rogge, Juni 2022

Zum ersten Mal wurde das originale CRV in Deutschland unterrichtet

Trainer Paul H. Smith, Ph.D. von RVIS, Inc. (rechts) und Gastgeberin / Assistenz Jana Rogge (links)

Alles auf Papier

Jeder der Studenten hat im Laufe dieser 6-tägigen Kurswoche einen ganzen Ordner Papier beschrieben, darunter Kursnotizen, Essays, Übungen und insgesamt mindestens 12 Sessions.

Rotstift!

Der Tag beginnt meist mit der Kontrolle der Hausaufgaben und Essays. Hier wird sichergestellt, dass die Schüler wirklich alles aufgenommen haben und in den richtigen Zusammenhang setzen können. Dem einen oder anderen hat die Hand ganz schön weh getan nach so viel ungewohnter analoger Schreibarbeit.

Harold E. Puthoff Lecture

Ein Highlight der Kurswoche ist immer der Live-Vortrag von Hal Puthoff mit anschliessender Fragerunde. Trotz Zeitverschiebung konnten wir das im Kursprogramm unterbringen. Hal persönlich zu sprechen und nicht nur eine Aufzeichnung anzuschauen, ist immer etwas Besonderes.

Field Trips

Die „Field Trips“ werden gemacht, um Themen der Stufe 2 und 3 zu vertiefen. Auch eine Tour zu einer Burg in der Umgebung gehörte dazu. Da mitten in unsere Kurswoche der Himmelfahrtstag fiel, mussten wir diesen Trip einen Tag nach hinten verschieben (um nicht mit den fröhlichen Massen zu kollidieren). Den Aufstieg zum Burgberg haben wir im Nieselregen hinter uns gebracht, aber kaum angekommen, kam die Sonne heraus und wir konnten die Aussicht von da oben in bestem Sonnenschein genießen.

Proof of Work

Paul unterrichtet nicht nur theoretisch, sondern führt anhand einer Demosession, für die die Studenten das Target bestimmen dürfen, die Arbeitsweise vor. Alle halten gespannt die Luft an, wenn sich jemand an die Arbeit macht, der das seit fast 40 Jahren tut. Ganz bestimmt ist es in solchen Fällen auch extra schwer, sich von dem verständlichen, aber auch problematischen Wunsch nach einer guten Session zu lösen und sich ganz auf die Struktur zu konzentrieren. Auch diesmal wieder: Ein mehr als eindrucksvoller Treffer!

12 Sessions mit Monitor

Jeder Student absolviert während der Kurswoche mindestens 12 Übungssessions mit Monitor.

Danke Petra!

Wer lernen will, braucht auch Nahrung für den Körper. Petra Hermann, die sich in der Kochszene schon überregional einen Namen gemacht hat, organisierte vieles und nahm uns für den zweiten Teil der Woche ganz persönlich unter ihre Fittiche.

Pressearbeit

An den Abenden blieb noch Zeit für zwei Interviews mit Journalisten, die sich für das Thema interessierten.

Remote-Viewing-Besuch

Gunther Rattay und Anatoli Oskin mit Paul H. Smith

Sternstunden-Auswertung

Bei unserem „Close-Out-Target“ konnten gleich zwei Viewer einen überdurchschnittlichen Treffer landen. Hier im Bild beim Review der Sessions mit Dr. Gerhard Mayer.

Statements der Kursteilnehmer

André

Der Kurs war mega interessant und ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Die ersten Tage waren ziemlich anstrengend aber ebenso spannend. Durch den Kurs und die Erfahrung merke ich, dass ich nun im Selbststudium sehr gut voran komme und ich kann auch vieles in meinen Alltag integrieren.

Arbo

Der Basic-CRV Kurs bei Paul H. Smith in Weimar (Deutschland) war hart. Er basierte auf einem strukturellen und bewährten Lehrplan, der es in sich hat. Es gab dabei viel Input und man wurde gefördert das “Controlled Remote Viewing”-Protokoll zu meistern. Nicht ohne Grund wird dieser Kurs als der “Gold Standard Course” bezeichnet. Von all den Remote-Viewing-Ausbildungen, die ich hatte, war die von Paul die intensivste. Ich verstand dabei so viel mehr Feinheiten in der Technik, als in den Remote Viewing Deviaten, die sonst in Deutschland so gelehrt werden. Wer das originalgetreuste CRV lernen möchte, begibt sich auf eine unvergessliche Reise mit einem wundervollen und wahren Kenner dieser Thematik.

Jana

Es war eine schöne, anstrengende und intensive Erfahrung die ich nie hätte missen möchten. Jetzt, nach Ende des Kurses schreibe ich zusammenfassend, dass CRV, nach Ingo Swann, mehr in die Tiefe geht. Das heißt, dass die Wahrnehmungen mit allen Sinnen intensiviert werden, und man dadurch länger am Zielort bleibt und mehr Daten gewinnen kann.

Alexander

Nach einer Woche mit sehr wenig Schlaf, Muskelkrämpfen im rechten Arm, erzeugt durch Unmengen voll geschriebener Blätter, roten Augen vom zuschauen und mitlesen und einem Kopf der sich vollgestopft mit Informationen anfühlt wie ein Weinballon, bleibt mir nur eins zu sagen.

Jeder Tag war gespickt mit neuen Erkenntnissen, Eindrücken und erhellenden Momenten. Alles was ich bisher über Remote Viewing wusste wurde vervielfacht und es wurde mir durch meine eigenen, jetzt viel detaillierteren Ergebnisse bewusst, wie wichtig es ist sich an die Protokollstruktur des ursprünglichen, von Ingo Swann gelehrten CRV zu halten.
Es ist und bleibt „Gold Standard“.